ARCHITEKTUR B.SC. | BAUBIOLOGE IBN

MEHR ALS FAMILIENHÄUSER

Wintersemester 2024/25 | Prof. Nanni Grau (Hütten & Paläste) in Kooperation mit Jan Engelke | Fachgebiet Architektur der Transformation
– Gruppenarbeit mit Marius Mühleisen, Joseph Tuegel & Sebastian Reinicke –

Teil der Austellung „Einfamilienhäuser für alle!“ vom 21. Februar bis 21. März 2025 in der Architektur Galerie Berlin.

„Das Einfamilienhaus, als beliebteste Wohnform steht in der Kritik. Gerade der hohe Flächenverbrauch wird hierbei oft beanstandet. Durchschnittlich leben ca. 1,8 Personen im Einfamilienhaus, wohin hingegen besonders in den Ballungsgebieten gerade junge Menschen verzweifelt nach bezahlbarem Wohnraum suchen. Beginnend mit der Aneignung des bereits kollektiv genutzen Raums, der Straße, werden nun sowohl Garagen als auch Häuser gemeinsam genutzt. Starre Eigentumsverhältnisse werden durch alternative Verwaltungs- und Finanzierungsstrukturen aufgebrochen und ermöglichen so die öko-soziale Transformation dieser Gebiete.“

Gedacht wird diese Transformation als stetiger Prozess. Nutzungen sowie Umbauten sollen hierbei möglichst flexibel bleiben und gemeinsam mit den Bewohnenden wachsen bzw. schrumpfen können. Mithilfe möglichst minimaler Eingriffe wird somit aus dem Einfamilienhaus ein Mehr-Als-Familienhaus.

Eine neue Erschließung macht die oftmals freigewordenen Kinderzimmer im Obergeschoss der Gebäude zugänglich. Gleichzeitg werden im Erdgeschoss Hecken und Zäune durchbrochen und vor den nun gemeinschaftlich genutzten Garagen entstehen informelle Räume der Aneignung.

Privatsphäre wird in ihrer Definition hinterfragt. Kann durch bewusstes Teilen und und mehr Gemeinschaft eine neue Wohnform entstehen, welche gleichzeit mehr Kompfort für alle bietet? Neue Wohneinheiten richtet zur Straße, also zur Nachbarschaft. Der Kreis durchbricht alte Strukturen und schafft somit ein „Dazwischen“. DIe Grenzen zwischen Öffentlich und Privat verschwimmen und der Wohnraum erweitert sich saisonal auf den Balkon.

Ein großer Teil des Lebens findet nun auf der Straße statt und Zäune bzw. Hecken bleiben allenfalls als fragmentarische Zeitzeugen zurück. Somit erweitert sich das Wohnen aus den Obergeschossen heraus auf die Straße, welche sich als kollektiv genutzter Raum bis in die Garagen hineinzieht.